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„R 1100 - die Vierventiler Serie"


Nach Einführung der Vierzylindermodelle hatten die mittlerweile in Berlin tätigen Bayrischen Motoren Werke trotzig erklärt, keine Boxermotoren mehr herstellen zu wollen. 1993 war diese Absichtserklärung im eigenen Management schon in Vergessenheit geraten. Mit der R 1100 R entstand ein „Naked Bike“, das allerdings außer der Zylinderanzahl kaum mehr etwas mit der von Max Friz 1923 entworfenen Ur-BMW zu tun hatte: der Motor hat leicht schräg gestellte Zylinder mit obenliegenden Nockenwellen , ist also eh kein ganz echter Boxer mehr.

Die Vierventiltechnik half, die heute wesentlich strengeren Umweltauflagen zu erfüllen. Der Hubraum lag anfangs bei 1100, später folgten Versionen mit 850 und 1200ccm, die Leistung wurde mit 90 PS angegeben. Wirklich innovativ ist aber die Telelever Dämpfung: ein zentrales Federbein sorgt dafür, dass das Einsinken der Maschine beim abrupten Bremsen fast völlig ausbleibt – ein Novum bei Serienmotorrädern. Die Kritiker der Fachmedien waren begeistert, und bescheinigten den neuen Modellen überragende Fahreigenschaften trotz des hohen Gewichts.


Mit der Vierventiler besann sich BMW wieder auf seine sportlichen Wurzeln. Neben der unverkleideten R 1100 R folgten mit der R 1100 LT (100 PS, erstes Modell mit geregeltem Katalysator) und RT (alles verstellbar: Windschutzscheibe, Feder- und Dämpfungselemente, und die Sitzbank auf drei Höhen) moderne Reisetourer, mit der R 1100 RS und der Rockster (nur in geringer Stückzahl gebaute 1150er) aber auch sportliche Modelle, die dem Bild entsprachen, wie man sich kurz vor der Jahrtausendwende einen Straßensportler vorstellte. Mit der R 1100 GS wurde auch auf die Endurofans nicht vergessen. Sie alle stehen hier im Museum, ergänzt durch ein Schnittmodell, bei dem man sehr gut die Charakteristik des Vierventilers (die Ventile werden von einer Kombination aus Steuerkette und Stoßstange gesteuert) nachvollziehen kann.