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„Der Königswellen-Prototyp“ - die BMW RS 253

 

Als 1949 erstmals eine Motorradweltmeisterschaft ausgetragen wurde, waren Deutschland und Österreich als Kriegsverlierer noch nicht Mitglied der FIM, die aufgeladenen Motoren nicht mehr erlaubte. So waren in Deutschlands 500er Meisterschaft weiterhin die Vorkriegs-
Kompressormaschinen von BMW und NSU diejenigen, die es zu schlagen galt. Als man sich aber um 1950 an die FIM annäherte, musste man auf das weltweite Kompressorverbot reagieren. Saugmotorvarianten der Vorkriegsmaschinen waren international gesehen nicht mehr konkurrenzfähig. Während sich die Neckarsulmer auf die kleineren Klassen konzentrierten, bastelte man in München an einem neuen Modell für die Königsklasse, der RS 253 (wie sie offiziell hieß, obwohl sie allgemein als RS 54 bekannt ist), deren Königswellen Motor anfangs ca. 45 PS leistete. Das war aber zuwenig, um in der Weltmeisterschaft bestehen zu können. England gegen Italien war da der Länderkampf, Gilera, Moto Guzzi und später MV Agusta hüben, Norton und AJS drüben. Dass allerdings die Briten mit ihren Einzylinder-Modellen gegen die Vierzylinder Gileras und Agustas (die bis zu 80 PS Leistung brachten) überhaupt etwas zu melden hatten, lag einzig am Fahrgenie des Geoff Duke, der zu seiner Zeit unbestritten der Größte war. Als dieser aber von Gilera abgeworben wurde, sah man bei Norton die Aussichtslosigkeit ein und zog sich als Werksteam zurück. Zu dieser Zeit betrat BMW wieder die internationale Bühne, aber nicht als offizielles Werksteam (der einzige, der echte Werksunterstützung genoss, war der Hammerauer Walter Zeller). Erst als sich auch Gilera und Moto Guzzi zurückgezogen hatten und MV Agusta alleiniger Platzhirsch war, reichte es für Walter Zeller 1956 für einen 2. WM Rang, und zwei Jahre später zu einem 3. für Richard Dale, genannt Dickie. In diesem Jahr fuhren auch der große Geoff Duke sowie Reginald Armstrong auf BMW, aber gegen den aufsteigenden Stern John Surtees auf der übermächtigen MV Agusta waren sogar sie machtlos.

Das Motorradmuseum in Vorchdorf besitzt die wohl am originalsten erhaltene aller RS Modelle. Als Franz Amering sie damals kaufte, waren aber noch viele andere Teile dabei: etliches aus dem Gespannsport, aber auch ein Fragment, dass später als der Prototyp aller RS identifiziert werden konnte. Gegen die Meinung von Experten ist es gelungen, die RS 253 (so der offizielle Name) aus 1950 zu restaurieren und fahrbereit zu machen. Die Unterschiede zur erst 1953 offiziell vorgestellten RS 54 sind augenfällig und betreffen hauptsächlich das gesamte Fahrwerk, das noch sehr an das Kompressormodell aus der Vorkriegszeit erinnert, wie man an den Fotos hier, besser aber noch am Motorrad im Museum, ganz gut entnehmen kann.