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Werksrenner: BMW 750ccm auf Basis R 63


“Win on Sunday, sell on Monday - gewinne am Sonntag, verkaufe am Montag” – dieser Spruch hat Gültigkeit, seit die allerersten Velozipede gebaut und auf Aschen- und Holzbahnen im Wettkampf gegeneinander angetreten sind. Diesen Spruch kannte und beherzigte natürlich auch die Chefetage der damals noch jungen Firma BMW. Schon 1923, in ihrem ersten Jahr, modifizierten Direktor Max Friz und vor allem Dipl. Ing. Schleicher - DER begnadete Konstrukteur und Tüftler bei BMW - die R 32 zu einer Rennausführung, mit der er selbst im Sattel auch höchst erfolgreich waren.

Nachdem sich der große Konkurrent dieses Jahres, Megola (wer hat noch nie schon von dieser legendären Maschine mit ihrem 5Zylinder Sternmotor gehört? Hier im Museum steht eine …) aus dem Renngeschehen verabschiedet hat, sind die erfolgreichsten Rennfahrer Megolas zu BMW gewechselt, und deshalb konnten die Bayern schon 1924 den ersten Meistertitel einfahren. 1927 wurde der 500er Motor auf 750ccm aufgebohrt, 35 PS Leistung bei 5500U/Min. entwickelte dieses Aggregat, noch ohne Kompressor! (auch die 500er kam schon auf 30Ps bei 6000U/Min) Knapp 140 Kilo schwer war die 750er nur! Das reichte für zahlreiche Siege, unter anderem bei der Targa Florio für Motorräder in Italien, am Nürburgring und auch beim Großen Preis von Österreich. Neben den deutschen Spitzenfahrern Sepp Stelzer und Toni Bauhofer waren auch zwei Österreicher im Werksteam, nämlich Karl Gall und Otto Steinfellner.

Und dann kam die große Zeit des Ernst Henne. Weil BMW mit einem Zoller Kompressor experimentierte, wurde das Mehr an Leistung leider wettgemacht durch höheres Gewicht und sinkende Zuverlässigkeit. Bei den internationalen Rennen war da gegen die englischen Zweizylinder kein Blumentopf zu holen. Aber Ernst Henne nahm den Kampf um den absoluten Geschwindigkeitsweltrekord für Motorräder auf, den bis dato Bert Le Vack auf einer O.E.C. Temple mit einem kopfgesteuerten V2 JAP mit 1000ccm hielt. Auf 208 Km/h stand dieser Rekord! Doch dann kam Henne! Auf der Autobahn bei Ingolstadt (die war nicht einmal abgesperrt für den Rekordversuch) fuhr er mit der nur teilweise verkleideten BMW 216,75 Km/h! Zwar ging der Rekord durch Wright kurz darauf wieder zurück auf die Insel, aber Henne ließ nicht locker. Insgesamt 57 Rekorde stellte er mit 500er und 750er BMW’s, die zuletzt über 75PS Leistung auf die Autobahn brannten, auf. Zuletzt erreichte er, am 27. September 1935 war’s, 256,04 Km/h!“

Bei der im Museum ausgestellten R 63 handelt es sich um ein Werksmodell ohne Kompressor, das 1930 dem Berliner BMW Vertreter Theo Schoch zur Verfügung gestellt und von ihm nachweislich bis 1936 eingesetzt wurde. Nach ihrer Restauration erlebte der rare Renner eine zweite Karriere bei Oldtimerrennen mit Franz Amering im Sattel( siehe hier ...).