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Mehr als nur eine halbe Sache: die Einzylinder

Ein Boxermodell von BMW zu besitzen, zeugte von Qualitätsbewusstsein, Sinn für technische Raffinessen – und einer dicken Brieftasche. Warum sollte BMW aber den weitaus größeren Markt der günstigeren Einzylinder kampflos der Konkurrenz überlassen? Also stellte man 1925 den Boxern ei Einzylindermodell zur Seite, die R 39. Auch sie musste aber gehobenen Ansprüchen genügen: der Viertellitermotor hatte gekapselte, im Kopf hängende Ventile, einen Leichtmetallzylinderkopf mit eingepressten Laufbuchsen aus Gusseisen, und natürlich Kardanantrieb. Die Leistung von 6,5 PS genügte, um das Leichtgewicht auf über 100 Km/h zu beschleunigen. Was Wunder, dass sie sich auch im Wettbewerb bewährte, Sepp Stelzer wurde noch im selben Jahr deutscher Meister der 250er Klasse.

Ganz andere Ansprüche hatte der nächste Einzylindertyp, die R2 zu erfüllen. Nach einer Reform der Zulassungsvorschriften konnte man ab 1. April 1928 in Deutschland Motorräder bis 200 ccm steuerfrei bewegen, die R 2 erfüllte genau diese Bedingungen. Ihr folgten nach dem gleichen Baumuster die auf 300 bzw. 400 ccm vergrößerten Versionen R 3 und R 4.

Nach dem Krieg hatten die Besatzungsmächte anfangs den Weiterbau von Boxer Motorrädern noch nicht genehmigt, die Fertigung der Einzylindermodelle durfte aber wieder aufgenommen werden – als Nachfolger der R 23 entstand 1948 die R 24, die aber schon zwei Jahre später von der R 25 abgelöst wurde, dem ersten Einzylinder mit Hinterradfederung. 1953 bis 1956 konnten von der mit einer Teleskopgabel und 18“ Rädern ausgerüsteten R 25/3 satte 47.700 Einheiten abgesetzt werden! Eine Anzahl, die die Nachfolger, die beiwagentauglichen Modelle R 26 und R 27 trotz stärkerer Motoren und verbessertem Fahrwerk (doppeltwirkende Stoßdämpfer in den Federbeinen) nicht mehr erreichen konnten.

Nach der R 27 war erstmals Schluss mit den Einzylindern. Nach 30 Jahren Pause präsentierte BMW erst 1993 wieder einen Single-Topf, und der kam nicht wirklich aus dem eigenen Haus: Ein 650 ccm großer Motor der österreichischen Rotax Werke wurden in ein Fahrwerk von Aprilia aus Italien verpflanzt, wo auch die Montage erfolgte. Immerhin 51.405 Stück wurden bis 1999 gebaut!