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Ein neuer Maßstab boxt sich durch

Friz Geniestreich hieß BMW R 32, sie wurde im Oktober 1923 auf dem Pariser Salon einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt, und sie schlug dort ein wie eine Bombe. Der Boxermotor, ähnlich der englischen Douglas, saß quer eingebaut im Rahmen, hatte 493 ccm Hubraum mit 8,5 PS Leistung (gut für 90 Km/h) im Motorblock integriert, das ganze umschloss ein sportlicher Doppelrohrrahmen, und der Kraftschluss ans Hinterrad erfolgte nicht, wie damals noch häufig üblich über einen Riemen, auch nicht über eine Kette, sondern über eine gekapselte Welle, auch Kardan genannt. Auch die qualitativ hochwertige Lackierung mit den breiten weißen Linierungen tat das ihre zum positiven Gesamteindruck.

Man sollte meinen, das Management würde sich auf diesem Erfolg ausruhen, aber weit gefehlt! Schon im Jahr darauf baute Rudolf Schleicher, der frisch von der technischen Hochschule in München kam, die seitengesteuerte R 32 zu einer Sportmaschine mit ohv Steuerung um. Der Name: R 37. Ihre serienmäßigen 16 PS ließen sie über 110 Km/h sprinten und boten eine gute Basis zum frisieren. Schleicher war nicht nur ein guter Techniker, sondern auch ein exzellenter Fahrer. Auf einer von ihm selbst getrimmten Maschine erreichte er 1926 bei der Sechstagefahrt in England eine Goldmedaille.

Bei BMW hatte man schon früh den Werbeeffekt von Rennerfolgen erkannt, der sich nicht unwesentlich in den Verkaufszahlen niederschlug. Auch hier wollte man nichts dem Zufall überlassen und engagierte die besten Piloten: neben Rudolf Schleicher waren dies damals vor allem Sepp Stelzer und Toni Bauhofer. Beide waren vorher als Werksfahrer auf ihren skurril anmutenden Maschinen mit dem 5Stern Radialmotor die gefürchtetsten Gegner der Bayern, erst nachdem Megola die Tore schließen musste, kamen sie zu BMW.

Neben den zwei R 32 aus 1923 zeigen wir in dieser Abteilung: BMW R 42 aus 1926 (Gespann), BMW R 47 aus 1927, BMW R 52 aus 1928 (Gespann), und eine BMW R 57 aus 1928. Besonders das seitengesteuerten Tourenmodell R 42 ( und ihre Nachfolgerin, die R 52, der erste Langhuber) waren wegen der enormen Durchzugskraft ihrwer Motoren und der Verwindungssteifigkeit ihrer Rahmen bei Gespannfahrern äußerst beliebt und häufig in Verwendung.